Was ist das Internet of Things (IoT)?

Was steckt hinter dem Internet der Dinge? Wir erklären, wie IoT funktioniert, wo die Technologie eingesetzt wird und wie sie Wien effizienter, klimafitter und lebenswerter macht.
Aktualisiert am: 08.06.2026
Hochäuser in Wien mit Blick auf die Donau

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Internet of Things (IoT) vernetzt verschiedenste Geräte - wie Sensoren, Maschinen und Alltagsgegenstände - miteinander, um Daten zu erfassen, zu übertragen und automatisch darauf zu reagieren.
  • IoT-Systeme bestehen meist aus Sensoren, einer Technologie zur Datenübertragung wie z.B. Mobilfunk, WLAN oder LoRaWAN®, sowie einer Plattform zur Datenverarbeitung.
  • Anwendungen gibt es in vielen Bereichen: vom Smart Home über Industrie und Gesundheitswesen bis hin zu Landwirtschaft, Umweltmonitoring und städtischer Infrastruktur.
  • Wien Energie betreibt gemeinsam mit den Wiener Netzen und der Stadt Wien eine flächendeckende LoRaWAN®-Infrastruktur mit ~500 Funkstandorten in Wien für energieeffiziente, sichere und langlebige IoT-Anwendungen.
  • Projekte wie das „Internet of Trees“ oder das Mulden-Tracking der MA 48 zeigen, wie IoT Ressourcen schont, Abläufe verbessert und die Stadt lebenswerter machen kann.
  • Damit IoT sinnvoll und sicher eingesetzt wird, müssen Datenschutz, IT-Sicherheit sowie digitale Souveränität, Energieverbrauch, Standards und eine klare Zielsetzung von Beginn an mitgedacht werden.

Das Internet verbindet längst nicht mehr nur Computer, Smartphones und Tablets. Auch Alltagsgegenstände, Maschinen, Sensoren, Fahrzeuge oder ganze Gebäude können Daten senden, empfangen und darauf reagieren. Genau das steckt hinter dem Begriff Internet of Things, kurz IoT – auf Deutsch: Internet der Dinge.

Durch IoT werden also Gegenstände Teil eines digitalen Netzwerks. Sie messen zum Beispiel Temperatur, Bewegung oder andere Daten. Mit diesen Informationen werden Abläufe besser verstanden und gezielter gesteuert. Denn wo früher Schätzungen oder unregelmäßige Daten genutzt wurden, werden durch IoT reelle Echtzeitdaten möglich.

Internet of Things einfach erklärt

Blaue abstrakte Form mit dunkelblauen kreisförmigen Linien und vertikalen Balken, die einem stilisierten Auge oder Wi-Fi-Symbol ähneln.

Der Begriff IoT beschreibt Geräte und Gegenstände, die miteinander vernetzt sind. Sie sammeln Daten aus ihrer Umgebung und übertragen diese an andere Geräte, Plattformen oder Systeme. Manche Geräte können nicht nur messen, sondern auch aktiv reagieren.

Ein einfaches Beispiel dafür ist ein smarter Thermostat. Er misst die Raumtemperatur und passt die Heizung automatisch an. Auch im öffentlichen Raum gibt es viele Beispiele.

  • ein Sensor, der erkennt, ob ein Parkplatz frei ist
  • ein Zähler (Wasser-, Wärme-, Strom- oder Gaszähler), der Messwerte automatisch überträgt
  • ein Bodenfeuchtesensor, der zeigt, ob ein Baum Wasser braucht
  • Sprühnebelduschen, die im Stadtgebiet für Kühlung sorgen, wenn die Temperatur einen gewissen Schwellwert erreicht.

Das Grundprinzip ist immer ähnlich: Ein Gegenstand erhält durch Sensoren eine Art digitale Stimme. Er kann mitteilen, was gerade passiert. Dadurch entstehen Daten, mit denen man Prozesse besser verstehen, automatisieren und optimieren kann. Die dadurch entstehende höhere Datenqualität ermöglicht auch neue datengetriebene Anwendungen.

Wie funktioniert das Internet der Dinge?

Ein IoT-System besteht grundsätzlich aus drei Teilen: Endgeräte, Verbindungstechnologie und Datenverarbeitung.

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    Endgeräte

    Am Anfang stehen die Endgeräte, bestehend aus Sensoren und Aktoren. Sensoren messen bestimmte Werte in ihrer Umgebung. Das kann die Temperatur sein, die Luftfeuchtigkeit, ein Füllstand, eine Bewegung oder ein Standort. Aktoren hingegen führen Aktionen aus, z.B. können sie ein Ventil öffnen oder schließen.

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    Verbindungstechnologie

    Danach müssen die gemessenen Daten übertragen werden. Dafür gibt es verschiedene Technologien. Neben WLAN, Bluetooth oder Mobilfunktechnologien (z. B. NarrowBand-IoT, LTE-M, 5G RedCap) setzen wir insbesondere auf LoRaWAN®.

    LoRaWAN® steht für „Long Range Wide Area Network“. Diese Technologie eignet sich besonders gut für kleine Datenmengen, die über große Entfernungen übertragen werden. Der Energieverbrauch ist dabei sehr niedrig und ermöglicht einen Betrieb über viele Jahre, ohne die Batterie tauschen zu müssen.

    Wien Energie errichtet und betreibt in Wien gemeinsam mit den Wiener Netzen und der Stadt Wien ein Netzwerk mit rund 500 Funkstandorten im Endausbau. Dabei legen wir besonders hohen Wert darauf, Funkstandorte und Serverinfrastruktur mehrfach abzusichern, um höchste Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit zu ermöglichen.

    LoRaWAN® Logo

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    Datenverarbeitung

    Nach der Übertragung werden die Daten gesammelt und ausgewertet. Meist wird eine sogenannte Middleware eingesetzt, welche als Datendrehscheibe fungiert. Von dort werden die Daten dann in das passende Zielsystem weitergeleitet. Dieses ist je nach Anwendungsfeld sehr unterschiedlich und dient dazu, Messwerte zu speichern, vergleichen, visualisieren und analysieren. Smarte Wasserzähler senden ihre Daten zum Beispiel in eine Gebäudemanagement-Software oder die Verrechnungssoftware, smarte Heizthermostate in ein Heizungssteuerungssystem.

    Basierend darauf können dann konkrete Entscheidungen getroffen werden: Muss gegossen werden? Ist eine Maschine auffällig? Ist eine Mulde am richtigen Standort? Wird gerade unnötig Energie verbraucht?

    In manchen Fällen kann dann auf Grundlage dieser Entscheidung die gleiche Übertragungstechnologie genutzt werden, um einem Aktor vor Ort zu aktivieren, der dann eine bestimmte Aktion ausführt. So kann etwa je nach gemessener Bodenfeuchtigkeit ein Bewässerungsventil geöffnet oder geschlossen werden.

    Außerdem kann die digitale Übertragung der Daten eine manuelle Datensammlung vor Ort ersetzen. Das ist vor allem bei gefährlichen oder schwer zugänglichen Orten besonders hilfreich. Außerdem können dadurch unnötige Anfahrtswege vermieden werden.

Was sind IoT-Geräte?

IoT-Geräte sind Gegenstände, die Daten erfassen und digital weitergeben können. Sie sind mit einem Netzwerk verbunden und dadurch Teil des Internet of Things.

Ein normaler Kühlschrank ist noch kein IoT-Gerät. Ein vernetzter Kühlschrank, der seine Temperatur überwacht und eine Störung meldet, gehört dagegen zum IoT. Dasselbe gilt für Sensoren, Maschinen, Zähler oder smarte Haushaltsgeräte.

Typische IoT-Geräte sind zum Beispiel:

  • Temperatursensoren
  • Luftqualitätssensoren
  • Bodenfeuchtesensoren
  • smarte Thermostate
  • intelligente Stromzähler
  • vernetzte Haushaltsgeräte
  • Fitness-Tracker und Smartwatches
  • GPS-Tracker

Je nach Einsatzgebiet unterscheiden sich IoT-Geräte stark. Manche senden nur kleine Messwerte, andere übertragen laufend größere Datenmengen. Alle IoT-Geräte haben aber gemeinsam, dass sie nicht isoliert bleiben, sondern Informationen liefern, die in einem größeren System genutzt werden.

In welchen Bereichen kommt IoT zum Einsatz?

IoT zuhause: Smart Home

Im eigenen Zuhause ist IoT vor allem durch Smart Home bekannt. Licht, Heizung, Kühlung, Beschattung oder Haushaltsgeräte können automatisiert oder per App gesteuert werden. Das erhöht den Komfort und kann helfen, Energie zu sparen.

Ein Beispiel ist smarte Beleuchtung: Lampen können automatisch ausgeschaltet werden, wenn kein Bedarf besteht, oder sich an Tageslicht und Anwesenheit orientieren.

IoT in der Industrie

In der Industrie wird oft von Industrial IoT oder IIoT gesprochen. Gemeint ist der Einsatz von IoT in Maschinen, Anlagen und Produktionsprozessen. Sensoren erfassen dabei laufend Betriebsdaten und melden Auffälligkeiten frühzeitig.

Das hilft bei der sogenannten Predictive Maintenance, also vorausschauender Wartung. Maschinen werden nicht erst repariert, wenn sie ausfallen. Stattdessen zeigen Daten frühzeitig, wann eine Wartung sinnvoll ist. So können Ausfälle verhindert, Stillstände reduziert und Reparaturen besser geplant werden.

Auch bei Wien Energie gibt es IIot-Anwendungen, zum Beispiel den „Energy Dog“. Dieser mobile Roboterhund ist mit spezieller Sensorik ausgestattet und führt autonom Rundgänge im Kraftwerksumfeld durch, um etwaige Auffälligkeiten zu melden. Die Datenübertragung erfolgt über eine robuste IoT-SIM-Karte.

IoT in der Stadt: Smart City und Internet of Trees

In Städten kann IoT helfen, Infrastruktur effizienter zu betreiben. Sensoren liefern Daten zu Verkehr, Energie, Wasser, Umwelt, Gebäuden oder Grünflächen. Dadurch wird eine Stadt nicht nur digitaler, sondern auch ressourcenschonender. Es entsteht die Grundlage für eine Smart City.

Ein anschauliches Beispiel aus Wien ist das Projekt „Internet of Trees“. Dabei werden Bodenfeuchtesensoren im Wurzelbereich junger Bäume eingesetzt. Sie messen, ob der Boden zu trocken oder zu feucht ist. Die Werte werden über LoRaWAN® übertragen.

Das hilft bei der Pflege von Stadtbäumen. Gießrouten können besser geplant werden. Wasser wird gezielter eingesetzt. Junge Bäume haben bessere Chancen, Trockenperioden zu überstehen. Gleichzeitig leisten gesunde Bäume einen wichtigen Beitrag gegen urbane Hitzeinseln.

Auch beim Mulden-Tracking der MA 48 zeigt sich der Nutzen: GPS-Sensoren übertragen Standorte in Echtzeit. Dadurch werden Mulden leichter gefunden, Bewegungen automatisch dokumentiert und unnötige Fahrten reduziert.

Mulden-Tracking in Echtzeit via App

Welche Rolle spielt IoT für Nachhaltigkeit?

IoT ist nicht automatisch nachhaltig. Auch Sensoren, Netzwerke und Datenplattformen brauchen Energie und Rohstoffe. Richtig eingesetzt kann das Internet of Things aber einen wichtigen Beitrag leisten, um Ressourcen zu sparen.

IoT-Lösungen machen nämlich Verbrauch und Zustand sichtbar. Und was gemessen wird, kann besser gesteuert werden. Das gilt für Gebäude, Maschinen, Energienetze, Bewässerungssysteme, Fuhrparks oder städtische Infrastruktur.

Für Nachhaltigkeit ist IoT also besonders dort wertvoll, wo Ressourcen nicht pauschal, sondern bedarfsgerecht eingesetzt werden sollen. Darüber hinaus können durch IoT Anfahrtswege, die meist mit dem PKW zurückgelegt werden, vermieden werden. Etwa wenn dezentrale Betriebsgelände (wie etwa Trafostationen) aus der Ferne überwacht werden.

Energieoptimierung

Bei der Energieoptimierung können Sensoren und smarte Steuerungen helfen, Verbrauchsspitzen zu erkennen, Anlagen effizienter zu betreiben oder Gebäude besser zu regeln. In smarten Gebäuden kann das bedeuten, dass Heizung, Licht oder Geräte nur dann laufen, wenn sie wirklich gebraucht werden.

Ressourcenmonitoring

Beim Ressourcenmonitoring werden Wasser, Energie, Material oder Betriebszustände laufend überwacht. So lassen sich Verluste, Leckagen oder unnötige Wege früher erkennen. Beim Mulden-Tracking spart eine bessere Standortplanung zum Beispiel Suchzeiten und unnötige Fahrten.

Stadtbegrünung

Bei der Stadtbegrünung hilft IoT, junge Bäume besser zu versorgen. Bodenfeuchtedaten zeigen, wann wirklich gegossen werden muss. So kann Wasser gezielter eingesetzt werden. Das schützt Bäume und unterstützt eine kühlere, lebenswertere Stadt.

Welche Vorteile bietet IoT?

IoT bringt viele Vorteile und ermöglicht neue Anwendungen. Sie betreffen nicht nur Technik, sondern auch Alltag, Arbeit, Umwelt und Wirtschaft.

  1. Mehr Effizienz

    IoT reduziert manuelle Arbeitsschritte und macht Abläufe transparenter. Zählerstände, Standorte oder Zustände müssen nicht immer vor Ort geprüft werden, sondern werden pünktlich und fehlerfrei erhoben. Daten werden automatisch übertragen und können direkt ausgewertet werden.

  2. Mehr Komfort

    Im Alltag sorgt IoT für mehr Komfort. Licht, Heizung, Haushaltsgeräte oder Sicherheitssysteme können automatisiert werden. Das spart nicht nur Handgriffe, sondern sorgt auch dafür, dass Energie bewusster eingesetzt wird.

  3. Bessere Entscheidungen

    IoT liefert aktuelle Date aus der realen Welt. Statt nach Schätzungen oder fixen Zeitplänen zu handeln, können Systeme auf tatsächliche Messwerte reagieren.

  4. Grundlage für neue Anwendungen

    Die Daten, die IoT aus der Umgebung sammelt, können auch für weitere Anwendungen genutzt werden. Sie bilden die Grundlage für neue datenbasierte Lösungen und können dabei helfen, KI-Modelle gezielt zu entwickeln und zu verbessern.

  5. Unterstützung für Klimaschutz

    IoT kann Energie-, Wasser- und Materialverbrauch sichtbarer machen. Dadurch lassen sich Ressourcen gezielter einsetzen und Verschwendung reduzieren.

Welche Risiken und Herausforderungen gibt es bei IoT?

So nützlich IoT ist, die Technologie bringt auch Herausforderungen mit sich. Sie sollten von Anfang an mitgedacht werden.

Datenschutz und digitale Souveränität

IoT-Geräte sammeln Daten, welche den Datenschutzbestimmungen unterliegen und die digitale Souveränität betreffen. Dabei geht es darum, die Kontrolle über Daten, Systeme und technologische Entscheidungen zu behalten. Wir vermeiden damit auch Abhängigkeiten von einzelnen Herstellern oder Plattformen, etwa durch die bewusste Auswahl offener, kompatibler Lösungen und Einhaltung höchster Datenschutzstandards.

IT-Sicherheit

Vernetzte Geräte können Ziel von Angriffen werden. Sichere Passwörter, Verschlüsselung, regelmäßige Updates und geschützte Netzwerke sind daher zentrale Voraussetzungen. Gerade bei kritischer Infrastruktur ist Sicherheit von Beginn an mitzudenken.

Komplexität

IoT verbindet Hardware, Software, Netzwerke, Datenanalyse und Betrieb. Damit ein Projekt funktioniert, braucht es nicht nur passende Technologie, gute Planung und klare Ziele, sondern auch Fachkenntnis in jedem betroffenen Bereich.

Fazit

Das Internet of Things macht Zustände sichtbar, die früher oft nur geschätzt oder vor Ort kontrolliert werden konnten. Sensoren liefern aktuelle Daten zu Temperatur, Feuchtigkeit, Standorten, Verbrauch, technischen Abläufen und vieles mehr. Dadurch können Entscheidungen genauer getroffen, Prozesse effizienter gestaltet und Ressourcen bewusster eingesetzt werden.

Für Wien ist das Internet of Things ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer effizienteren, klimafitteren und lebenswerteren Stadt. Wichtig bleibt dabei ein verantwortungsvoller Einsatz: mit klaren Zielen, sicheren Systemen und einem bewussten Umgang mit Daten und Ressourcen.

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