Wiener Wärme: Mit Fernwärme aus Wien für eine umweltfreundliche Zukunft
Fossile Energieträger wie Erdgas werden in der Raumwärme bald der Vergangenheit angehören. Fernwärme wird dann aus z.B. Abwärme gespeist: Wärme aus Wien, für Wien! Wann ist es so weit und, wie geht das?
Wien will bis 2040 CO²-frei sein. Durch den Ausbau von Wärmepumpen und den Einsatz von Geothermie nutzen wir bisher ungenutzte Energien und setzen schon jetzt Maßnahmen, um klimaneutral zu werden.
Aber woher kommt dann die Wärme für die vielen Haushalte?
Vieles ist schon in Umsetzung. Neben der Müllverbrennung, die auch in Zukunft einen wesentlichen Teil zur Fernwärme beiträgt, stehen zwei Technologien besonders im Fokus:
Geothermie
Erdwärmevorkommen werden dabei angezapft. Das darf man sich aber nicht so vorstellen, als würde man dem Boden Wasser oder Gestein entnehmen, denn man nutzt nur die Wärmeenergie davon. Unsere Messungen zeigen, dass in Wien sogar Tiefengeothermie möglich ist!
Wärmepumpen
Auch wenn das Fernwärmenetz mit Vorlauftemperaturen von +90 °C gespeist wird, können dafür viele kleine Temperaturunterschiede geerntet werden. Ob warmes Abwasser, oder die Wärmeentwicklung von Maschinen: Wärmepumpen und Großwärmepumpen entziehen der Umgebung Wärmeenergie, die dann verdichtet und eingespeist wird. Mit Wärmepumpen nutzen wir also Wärme, die sowieso vorhanden ist, für die Fernwärme.
Beispiele für Wärmepumpen
Um eine klimaneutrale und sichere Versorgung von Wien zu garantieren, setzen wir vermehrt auf Wärmepumpen. Aber wie funktioniert eine Wärmepumpe? Man kann sich das Prinzip so vorstellen wie einen Kühlschrank – nur umgekehrt. Beim Kühlschrank entsteht Abwärme durch den Kühlprozess, bei der Wärmepumpe ist diese Abwärme das gewünschte Endprodukt.
Kläranlage Wien: Wiener Wärme aus Simmering für Simmering
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Hier entsteht mit der leistungsstärksten Großwärmepumpe Europas bis 2027 aus dem Abwasser der Kläranlage Simmering Wärme für 112.000 Haushalte.
Keine Wärme darf ungenutzt bleiben - auch nicht die des (bereits gereinigten) Klärwassers! Eine der größten Großwärmepumpen Europas wird dort dem Wasser 6°C entziehen, bevor dieses in den Donaukanal fließt. Dafür muss das Wasser nicht mal hohe Temperaturen aufweisen; das erledigt die Wärmepumpe! 2027 werden bis zu 112.000 Wiener Haushalte mit der Wärme des Klärwassers versorgt. Aus einer bisher ungenutzten Energiequelle, werden 110 MW geerntet und so 300.000 Tonnen CO₂ pro Jahr gespart.
Im Februar 2023 konnte bereits der erste große Baufortschritt dieses Projekts verzeichnet werden: Europas leistungsstärkste Großwärmepumpen sind in Wien angekommen. Mit der ersten Ausbaustufe wird seit Dezember 2023 klimaneutrale Fernwärme für bis zu 56.000 Wiener Haushalte erzeugt. Im Endausbau besteht die Wärmepumpen-Anlage aus sechs Wärmepumpen. Drei davon stehen jetzt schon in Simmering – sie haben einen langen Weg aus Frankreich hinter sich. Jede der rund 12 Meter langen, 9 Meter breiten und 7 Meter hohen Wärmepumpen bringt ein stolzes Betriebsgewicht von rund 205 Tonnen auf die Waage – das ist deutlich mehr, als ein ausgewachsener Blauwal wiegt.
Unser Favorit aus Oberlaa: Therme Wien - Heizen mit Badewasser
Hast du dich schon mal gefragt, warum die Wärme des Badewassers nicht weiter genutzt wird? Genau das passiert nämlich bei der Therme Wien! Das warme Wasser in den Thermalbecken sorgt ab sofort nicht nur für Entspannung: Wien Energie nutzt die Restwärme des Thermal-Abwassers mittels Wärmepumpen zur Fernwärmegewinnung. Rund 1.900 Haushalte in Oberlaa werden so mit der klimafreundlichen Wärme versorgt.
Außerdem wurden Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Therme installiert. 820.000 Kilowattstunden grüner Strom werden seit Februar 2024 jährlich erzeugt und direkt für die Stromversorgung der Thermenwelt genutzt. Insgesamt können mit dieser Anlage rund 400 Tonnen CO2 eingespart werden. Das ist so viel wie normalerweise 170 Langstreckenflügen von Wien nach Tokyo an CO2 verbrauchen.
Als Zeichen der Klimapartnerschaft zwischen Wien Energie und Therme Wien wurde eine „Smartflower“ vor dem Haupteingang der Therme installiert. Die Solarmodule sind einer großen Blume nachempfunden, folgen eigenständig dem Sonnenlicht und erzeugen so bis zu 9.000 kWh Strom pro Tag. Die „Smartflower“ faltet sich bei Sonnenuntergang automatisch zusammen und reinigt sich selbst, um die maximale Sonnennutzung dauerhaft zu gewährleisten.
Abwärme aus Floridsdorf für Floridsdorf
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Diese Gleichung geht auf! Die Klinik Floridsdorf wird vom benachbarten Rechenzentrum von Digital Realty beheizt. Gemeinsam mit Digital Reality hat Wien Energie ein zukunftsweisendes Konzept entwickelt, um die Wärme, die im Rechenzentrum entsteht, nachhaltig zu nutzen. Dafür haben wir eine Wärmepumpenanlage bei der Klinik Floridsdorf errichtet, die über eine Verbindungsleitung mit dem Kühlsystem des Rechenzentrums verbunden ist. Mit der Anlage „recycelt“ Wien Energie seit der Heizsaison 2023/2024 überschüssige Wärme aus den Serverräumen effizient und wandelt diese in Fernwärme für die Klinik um. Zwischen 50 und 70 Prozent des Wärmebedarfs der Klinik können mit der Abwärme des Rechenzentrums durch die neue Anlage von Wien Energie gedeckt werden, was bis zu 4.000 Tonnen CO2 pro Jahr spart.
Aber nicht nur die Klinik profitiert von dem Projekt, sondern auch das Rechenzentrum. Die Wärmepumpenanlage schickt kaltes Wasser zurück, mit dem wiederum die Server vom Rechenzentrum gekühlt werden - eine Win-Win-Situation!
Großwärmepumpe Simmering
Schon seit 2019 läuft in Simmering bereits eine andere Großwärmepumpe - allerdings auf unserem Kraftwerksstandort. Bei einer Führung durch das Kraftwerk, kann man sich selbst ein Bild von dieser machen. Sie versorgt rund 25.000 Haushalten Wärme auf umweltfreundliche Weise und nutzt dafür die Restwärme aus dem Kühlwasser des Kraftwerks Simmering. Die Anlage war bei der Inbetriebnahme die stärkste Großwärmepumpe Mitteleuropas.
Wärme aus Hernals für Hernals: Die Manner Schnitten-Heizung

450 Schnitten pro Minute bäckt der weltgrößte Waffelbackofen am Manner-Produktionsstandort in Wien-Hernals. Dabei entstehen nicht nur süße Köstlichkeiten. Die Abwärme des Waffelofens versorgt den eigenen Betrieb mit Energie und gibt zusätzlich Wärme an das lokale Fernwärmenetz ab. 5.600 Megawattstunden Wärme werden seit 2016 jährlich in das Netz eingespeist und versorgen etwa 600 Haushalte in der Umgebung mit Wärme für Heizung und Warmwasser.
Wärme aus der Donaustadt für die Donaustadt: Energierecycling UNO City
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Bei der UNO-City wird Kälte zur Wärme. Leistungsstarke Kältemaschinen sorgen in der UNO City dafür, dass die 5.000 Mitarbeiter*innen aus mehr als 120 Ländern einen kühlen Kopf bewahren. Die Wärme, die bei diesem Kühlprozess entsteht, wurde früher ungenutzt in die Umgebungsluft abgegeben. Mit Wärmepumpen kann Wien Energie diese Abwärme nun wiederverwenden. Sie wird ins Fernwärmenetz eingespeist und heizt seit 2021 klimaneutral rund 2.400 Haushalten in der Umgebung.
Geothermie: Wärmeschatz unter Wien für Wien
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Im Projekt GeoTief Wien haben wir uns zum Ziel gesetzt, das Geothermie-Potenzial im Großraum Wien zu erforschen. Im Projekt sind wir nun in den letzten Forschungsschritten! Bis 2030 wollen wir rund 125.000 Haushalte mit Fernwärme aus Geothermie versorgen können.
Wien ist in einer ganz besonderen Ausgangslage, die es so in Europa nur selten gibt: Wir haben Heißwasservorkommen in unserer Region, wir haben mit dem gut ausgebauten Fernwärmenetz die Infrastruktur für die Verteilung und wir haben durch die wachsende Stadt auch die Abnehmer dieser Wärme hier vor Ort. Bis 2030 wollen wir 120 Megawatt erschließen.
In unserem Klimaschutzquartier Village im Dritten wird nach der Fertigstellung ebenso Geothermie zum Einsatz kommen.





