Warum dauert es manchmal so lange, bis ein Windpark entsteht?
Von Planung bis zur Fertigstellung können oft zehn Jahre vergehen. Welche Rolle die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) oder andere gesetzliche Hürden dabei spielen, erklären wir in unserem Beitrag.
Im Dezember 2022 ging der Windpark Trumau von Wien Energie ans Netz. Geplant war die Errichtung des Windparks bereits seit 2012. Der Bau des Projekts hat ungefähr ein Jahr in Anspruch genommen. Warum hat der gesamte Prozess von der Planung bis zur Fertigstellung so lange gedauert?
Eckdaten zum Windpark Trumau
Insgesamt umfasst der Windpark acht Windräder und verfügt über eine Gesamtleistung von 27,6 Megawatt. Damit lassen sich rund 14.600 Haushalte mit CO₂-freiem Strom versorgen.
10 Jahre vom Planungsbeginn zur Inbetriebnahme
Von der Planung zur Realisierung:
2012: Projektplanung
Bereits im Jahr 2012 hat Wien Energie mit der Planung des Projekts begonnen. Es wurden zahlreiche Projektuntersuchungen, etwa zum Naturschutz oder Vogelbeobachtungen, umgesetzt. Ebenso wurden die Gemeindebürger*innen in die Projektplanung eingebunden.
2014: Volksbefragung
Diese Einbindung erfolgte durch Informationsveranstaltungen und führte auch zu einer Volksbefragung. Die lokale Bevölkerung hat sich bei dieser Volksbefragung im Jahr 2014 mit einer deutlichen Mehrheit für den Bau des Windparks in Trumau ausgesprochen.
2015-2017: Beginn der Umweltverträglichkeitsprüfung
Im Jahr 2015 konnte nach einem erfolgreichen Flächenwidmungsprozess die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingeleitet werden. Bei einem UVP-Verfahren werden umweltrelevante Vorhaben bis ins Detail geprüft, um mögliche Umweltauswirkungen zu identifizieren und zu bewerten.
Ungefähr eineinhalb Jahre nach der Einreichung der Unterlagen hat Wien Energie einen positiven UVP-Bescheid in erster Instanz für den Windpark Trumau erhalten. Das bedeutet, dass sämtliche Gesetze und Vorgaben eingehalten werden.
2017-2018: Revision
Daraufhin erfolgte 2017 eine Beschwerde gegen den UVP-Bescheid vor dem Bundesverwaltungsgericht. Die Beschwerde wurde im Juli 2018 abgelehnt. Eine außerordentliche Revision wurde im Oktober 2018 vom Verwaltungsgerichtshof zurückgewiesen.
2020: Gewährung der Ökostromförderung & Projektausschreibung
Nach der rechtlichen Genehmigung dauerte die Gewährung der Ökostrom-Förderung bis April 2020, da bei der OeMAG (Abwicklungsstelle für Ökostrom AG) erst die Warteschlange für die Förderung aus den vergangenen Jahren abgebaut werden musste.
Erst nachdem die OeMAG diese ausgestellt hatte, konnte mit der Ausschreibungs- und Vergabephase gestartet werden.
2021: Baubeginn
Im Oktober 2021 hat Wien Energie schlussendlich mit dem Bau des Windparks Trumau begonnen. Rund zehn Jahre nach Planungsbeginn, Ende 2022, ging das Ökostrom-Projekt in Betrieb.
2022: Fertigstellung
Zehn Jahre nach Planungsbeginn, im Dezember 2022, ging der Windpark in Trumau ans Netz. Er ist Teil des größten grünen Hybridkraftwerks in Österreich. Der Windpark erzeugt zusammen mit einer Photovoltaikanlage Ökostrom für 17.400 Haushalte. Durch das hybride Betreiben kommunizieren die Anlagen, um das Netz optimal zu nutzen.
Offener Dialog mit der Bevölkerung

Bereits im Jahr 1996 haben wir das erste Windrad Wiens auf der Donauinsel erreichtet. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, also auch der Windenergie, stellt einen wesentlichen Hebel für die Energiewende dar. Anhand des Beispiels vom Windpark Trumau kann veranschaulicht werden, dass die Akzeptanz von Erneuerbaren Energien in der Bevölkerung sehr hoch ist und auch kontinuierlich steigt.
Ein offener Dialog mit den Anrainer*innen ist dafür entscheidend. Auch wenn der Prozess nicht immer einfach ist, ist es wichtig, dass wir weiterhin an unseren Zielen festhalten und auf eine nachhaltige Versorgung setzen.











