9 besondere Orte in Wien
Es gibt Orte, die bleiben den meisten von uns für immer verborgen. Weil abgeschlossen ist, ein Security im Weg steht oder – auch das passiert – wir gar nicht wussten, dass sie existieren. Wien Energie lädt deshalb zu acht der exklusivsten Locations Wiens ein. Von Schönbrunn bis auf die Spittelau. Zurücklehnen und trotzdem losziehen.
Mit dem Bürgermeister einen Kaffee trinken. Das wird sich, so lange er Michael Ludwig heißt, mit ein bisschen Durchhaltevermögen wahrscheinlich sogar irgendwie organisieren lassen. Aber ziemlich sicher wird man ihn nicht in seiner Kaffeeküche treffen und ziemlich sicher wird er auch nicht den Barista oder besser gesagt den „Bürgerista“ geben. Oder was würde der Geisterbahn-Mitarbeiter im Prater sagen, wenn man ihn bittet, er soll doch bei der nächsten Fahrt mal das Licht aufdrehen, außer „BUH!“? Und was würde beim ORF passieren, wenn man einfach reinspaziert und die Tür zur Maske von Nadja Bernhard öffnet? So weit würde es dank Sicherheitsleute erst gar nicht mal kommen.
Es gibt Orte, da kommt man als Normalsterblicher nun mal nicht hin. Für die meisten Orte, die ein bisschen exklusiver sind, braucht man jemanden, der einen durchlässt. Am besten geht das mit so einem Ausweis um den Hals. Dann wird man durchgewunken, gegrüßt sogar. Bekommen tut man so einen im Normalfall aber nur, wenn man als Ordner bei einem Konzert aushilft, das Unternehmen, in dem man arbeitet, zufällig etwas sponsert oder die Freundin des Fußballkollegen jemanden kennt, der, ääh, jemanden kennt. Alles ziemlich mühsam. Aber es gibt eine gute Nachricht: Wir berichten von genau diesen versteckten Orte!
Schönbrunn: Sommerresidenz von Maria Theresia
In der Sommerresidenz von Maria Theresia. Mit zunehmendem Alter (und Gewicht) vertrug Kaiserin Maria Theresia (1717-1780) die Hitze immer schlechter. Also ließ sie sich in Schloss Schönbrunn ein Sommerappartement herrichten. Vier Zimmer, Erdgeschoss, gartenseitig. Die wunderschönen Landschaftsmalereien an den Wänden stammen von dem böhmischen Künstler Johann Wenzel Bergl, nach dem das Appartement auch benannt ist. Weil es in Schönbrunn im Erdgeschoss an den Wänden zu feucht für Malerei gewesen wäre, wurden die Kunstwerke auf Leinwand gemalt, auf einen Lattenrost genagelt und dann an der Wand angebracht. So schön kann der Sommer also auch drinnen sein! Und so kühl.
Schloss Schönbrunn; Schönbrunner Schloßstraße 47, 1130 Wien, U4 Schönbrunn.
Geheim-Tipp: Die privaten Appartements der Kaiserin sind normalerweise öffentlich nicht zugänglich. Aber: Mit der neuen Vienna City Card Experience Edition ist eine exklusive Tour möglich.
Müllverwertungsanlage Spittelau
Das Wahrzeichen von innen. Jeder kennt sie, die Spittelau, aber eben nur von außen (und unten). Das Charakteristischste an ihr ist die Kugel auf 100 Metern Höhe. Sie wurde im Rahmen des Wiederaufbaus der Müllverbrennungsanlage nach einem Brand 1987 gebaut und dient als Emissionswarte zur Messung. Ohnehin fallen sehr wenig Emissionen an, die aus dem Kamin der Anlage kommen. Die Spittelau versorgt mit der Verbrennung von Hausmüll jedes Jahr über 60.000 Haushalte mit umweltfreundlicher Fernwärme und knapp 50.000 mit Strom.
Müllverbrennungsanlage Spittelau; Spittelauer Lände 45, 1090 Wien, U4/U6 Spittelau.
Wiener Rathaus
Wien, Rathaus, erster Stock: Hier an der Ecke von Lichtenfelsgasse und Rathausplatz wird die Stadt regiert, denn hier sitzen Michael Ludwig und seine Mitarbeiter*innen. Zugegeben: Das Büro des Bürgermeisters ist bekannt – prunkvoll vertäfelt, groß wie ein Fußballplatz und mit Ecken und Nischen ausgestattet, kennen wir es aus diversen Interviews. Aber eigentlich ist wie überall, wo Menschen arbeiten, ja ein anderer Ort das Epizentrum des Geschehens: die Kaffeeküche. Hier macht sich Michael Ludwig gerne einen kleinen Schwarzen. Und weil doch mehr Menschen hier arbeiten, gibt es sogar zwei Maschinen.
Wiener Rathaus; Friedrich-Schmidt-Platz 1, 1010 Wien, U2 Rathaus.
Tiergarten Schönbrunn
Spannender als jedes Gehege. 7.844 Tiere leben im Tiergarten Schönbrunn und die brauchen eine Menge zu fressen. Für das Futter gibt es auf dem Areal verschiedene Lager: Für Fleisch, das gekühlt gehört, für Obst und Gemüse, für Bambus (ein großer Panda frisst 30 Kilo pro Tag) und auch für die selbst gezüchteten Insekten. Was da alles drinnen liegt? Wirklich viel. Drei Mal die Woche kommen 1.200 Kilo frisches Obst und Gemüse vom Großgrünmarkt, 55 Kilo Insekten werden jede Woche z.B. für Erdmännchen, Kleinaffen und Vögel gebraucht, genauso wie etwa 450 Kilo Fleisch (Rind, Pferd, Geflügel) für Raubtiere wie Löwen oder Tiger.
Tiergarten Schönbrunn; Maxingstraße 13b, 1130 Wien, U4 Schönbrunn.
Geisterbahn im Prater
Der exklusive Grusel-Check. Geisterbahnen: Man liebt sie oder hasst sie. Aber wie sehen sie eigentlich aus, wenn das Licht angeht? Verlieren sie dann ihren Schrecken? In der größten Geisterbahn des Praters (215 Meter Länge, 28 Effekte) werden jeden Tag Kleinigkeiten repariert – bei Licht. Und kaum ist es hell, sieht die gruselige Bahn gleich ganz anders aus. Man sieht die Schienen, die zurückhaltende Wandbemalung und die hässlichen Fratzen der Monster, Hexen und anderen Untoten, die einen aber viel weniger stören, wenn sie einem nicht ins Gesicht springen.
Große Geisterbahn; Wiener Prater, 1020 Wien, U1/U2 Praterstern
Kunst Haus Wien
Ding-Dong, Herr Hundertwasser. Gerade Linien waren nicht wirklich die Sache von Friedensreich Hundertwasser, und das sieht man besonders gut in jenem Apartment, das er für sich selbst auf dem Dach des Kunst Haus Wien gestaltet hat. Unterschiedliche Fensterformen, ein schiefer Boden (Differenz 40 cm) und ein ganz besonderer 220 Quadratmeter großer Dachgarten sind die Highlights dieses für die Öffentlichkeit uneinsichtigen Baus in Wien-Landstraße. Früher machte Hundertwasser hier Gymnastik und pflanzte Bäume. Heute leben hier 140.000 Bienen.
Kunst Haus Wien; Untere Weißgerberstraße 13, 1030 Wien, 1/O Radetzkyplatz.
ORF-Zentrum am Küniglberg
Frau Bernhard kurz vor der Sendung. Noch bevor es ins Studio geht, verbringen Moderator*innen gar nicht so wenig Zeit im ersten Stock des ORF-Zentrums. Nachdem sie sich in der Garderobe (jede*r Moderator*in hat dort einen eigenen Schrank) umgezogen haben, werden sie ein paar Türen weiter an einem von insgesamt 24 Schminkplätzen fernsehfertig gemacht. Für Nadja Bernhard die Zeit, um vor der Sendung runter zukommen, sich noch einmal zu entspannen.
ORF-Zentrum Küniglberg; 1130 Wien, 8A/56A/56B ORF-Zentrum
U-Bahn Fahrt mit Aussicht
U-Bahn-Fahrt ins Blaue. Zwar ist der Sommer fast vorbei, doch auch ein Altweibersommer macht schöne Sonnenuntergänge. Und wo lassen sich rosarote Abendhimmel besonders gut beobachten? In der Fahrerkabine der U-Bahn – wenn man reinkommt, natürlich. Genauer gesagt, wenn die U2 den Untergrund verlässt und Richtung Seestadt über die Donaustadtbrücke ans gegenüber liegende Donauufer gleitet.
Seit 2010 wird die Brücke für die U-Bahn genutzt. Entworfen hat sie der bekannte Architekt Wilhelm Holzbauer gemeinsam mit dem Bauingenieur Alfred Pauser. Noch mehr Sonnenuntergänge lassen sich übrigens auch mit den Linien U1 über die Reichsbrücke und U6 über die Nordbrücke beobachten.
Wiener Linien, U2 Station Donaumarina, Richtung Seestadt, täglich im Betrieb von 4:53 Uhr bis 0:47 Uhr.
Das erste Windrad Wiens
Die glatte Donau, das Grün der Wiesen und Bäume, ein Teil der Skyline der Stadt im Hintergrund: Es ist eine traumhafte Aussicht, die normalerweise Menschen vorbehalten ist, die beruflich etwas mit Windrädern zu tun haben. Während der regelmäßigen Wartung kommen sie nämlich auch irgendwann nach oben. Und dort, auf etwa 50 Meter, gibt es in der Nähe der Turbine des ersten Windrad Wiens, das 1997 von Wien Energie auf der Wiener Donauinsel errichtet wurde, eine kleine Plattform. Mit ein bisschen Fantasie sieht sie sogar aus wie ein runder Balkon – aber wenn man dort steht, muss man sich ordentlich anhalten, weil: es ist meistens recht windig.
Das Erzeugen von Erneuerbaren Energien in der Stadt, das ist etwas wirklich Besonderes: Rundherum ist es grün, es joggen die Menschen, gehen Spazieren oder führen den Hund aus. Und mittendrin steht dann ein Windrad.
Windkraftwerk auf der Donauinsel, Höhe Steinspornbrücke, gleich bei der Vienna Watersports Arena
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Fotos: © Andreas Jakwerth




































